Frontscheibe wechseln

Wenn sich die Frontscheibe nur noch wechseln lässt

Nicht immer lässt sich eine Frontscheibe mit einem Riss oder einem Steinschlag noch reparieren. Spezielle Reparaturverfahren können zwar viel, aber eben nicht alles. Außerdem gibt es enge Grenzen hinsichtlich der Reparaturoptionen an der defekten Windschutzscheibe . Bei besonders tiefen Einschlägen, bei einem deutlichen Riss oder bei nachlassender Dichtung lässt sich die Frontscheibe nur noch wechseln.

Frontscheibe als Sicherheitsbestandteil

Eine gerissene Frontscheibe, die zu wechseln ist

Jede Frontscheibe ist ein extrem hochwertiges Bauteil, dass – zusammen mit der Dichtung – heute vor allem Sicherheits- und Stabilitätskriterien erfüllen muss. Schon allein deshalb ist das Ersetzen in Eigenregie keine gute Idee, die sich spätestens beim nächsten TÜV-Termin rächen wird. Auch das benötigte Spezialwerkzeug, das zum Wechseln benötigt wird, findet sich in kaum einem Hobbykeller.

Wechsel der Frontscheiben früher und heute

Hat das Auto schon einige Kilometer bzw. Jahre hinter sich, wurde die Frontscheibe höchstwahrscheinlich von außen aufgesetzt und mit einer flexiblen Gummidichtung umfasst. Moderne Windschutzscheiben dagegen sind heute fast immer geklebt. Das bedeutet aber, dass ein Austausch einer solchen Scheibe im Vergleich zur „guten alten Scheibe“ mit etwas mehr Arbeit und Zeit verbunden ist.

So wird die Frontscheibe von Profis gewechselt

Die einzelnen Arbeitsschritte beim Austauschen in dem Fachbetrieb sind zwar relativ einfach, erfordern aber ein Höchstmaß an handwerklichem Geschick, Feingefühl, Erfahrung, Sorgfalt und ganz spezielles Equipment.

Wechsel der Frontscheibe in der Fachwerkstatt

In einem ersten Schritt werden – sofern nötig – zusätzliche Fahrzeugteile wie beispielsweise der Rückspiegel oder die Scheibenwischer entfernt. Anschließend kann die alte bzw. beschädigte Frontscheibe vorsichtig ausgebaut werden. Bei einer bereits zerstörten bzw. gerissenen Scheibe nutzt der Fachmann dazu häufig ein sogenanntes oszillierendes Messer. Komplette Scheiben lassen sich auch mittels eines Schneiddrahts entfernen. Dabei wird ein dünner Metalldraht von außen in die Scheibendichtung eingedrückt und über eine Art Rolle im Fahrzeuginneren quasi hereingezogen. Diese Methode ist besonders schonend und hinterlässt kaum Rückstände am Scheibenrahmen.

Wenn die Frontscheibe entfernt ist, können die Fugenflächen zunächst von möglichen Klebe- bzw. Dichtungsresten gesäubert werden. Danach kann das Klebe- bzw. Dichtungsmaterial aufgetragen werden, wobei erneut besondere Sorgfalt unabdingbar ist, um einen gleichmäßigen Scheibenrahmen zu erhalten. Nun kann die neue Windschutzscheibe schließlich ihren Platz einnehmen. Nach etwa zwei bis drei Werkstattstunden sollte der Austausch dann auch abgeschlossen sein.

Was ist nach dem Wechsel zu beachten?

Allerdings muss nach dem Ersetzen unbedingt beachtet werden, dass der Kleber bis zu 48 Stunden braucht, um dauerhaft auszuhärten. Experten empfehlen daher, nach dem Wechsel möglichst wenig zu fahren, Bordsteinkanten und Schlaglöcher zu meiden und das Fahrzeug unbedingt gerade (eben) abzustellen, um die neue Scheibe beim Aushärten nicht einseitig zu belasten. Andernfalls könnte die Stabilität der gesamten Karosserie leiden.

Dauer und Kostenaufteilung

In einer kompetenten und gut sortierten Fachwerkstatt sollte der Wechsel einer Windschutzscheibe selbst bei vorsichtigem Ausbau (Schneiddraht) die Dauer von einem halben Arbeitstag nicht überschreiten. Dennoch sind die Materialkosten der größte Posten auf der Rechnung. Das liegt vor allem an dem aufwendigen Fertigungsprozess für moderne und stabile Frontscheiben.