Felgen lackieren

Professionelle Lackierung für die Felgen

Die Felgen des Autos zu lackieren ist vielleicht nicht alltäglich, wird aber von immer mehr Autobesitzern in Betracht gezogen. Die Gründe für eine Felgenlackierung sind sehr unterschiedlich. Viele Autofahrer sind beispielsweise im Sommer mit Alufelgen unterwegs und nutzen im Winter klassische Stahlfelgen für die Winterbereifung. Hier sind es eher optische Motive, weil herkömmliche Stahlfelgen meistens „nicht viel hermachen“.

Professionelle Lackierung ist langfristig besser

Aber auch ganz triviale Abnutzungs- und Alterserscheinungen an den Felgen können durch eine Lackierung gemindert werden. Solche augenscheinlich einfache Lackierungen trauen sich viele Autofahrer selber zu. Doch nicht immer ist man mit dem Aussehen der Felgen nach der selbstgemachten Lackierung zufrieden.

Vorbereitung – das A und O

Nahaufnahme eines Rads mit der Felge, die zu lackieren ist

Entscheidend für das Ergebnis sind sorgfältiges Arbeiten (auch bei den Vor- und Nachbereitungen) und die Wahl der richtigen Lackiermethode. Nachdem die Reifen demontiert sind, werden die Felgen entlackt und die Oberfläche gründlich gereinigt. Profis nutzen für eine optimale Wirkung ein spezielles Tauchverfahren und passende Chemikalien. In der Werkstatt weiss man ferner auch um die Besonderheiten bei der Vorbereitung. So besitzen beispielsweise ältere Stahlfelgen einen sehr hohen Magnesiumanteil. Das gängige Sandstrahlen greift die Oberflächen dieser Felgen zu stark an. Darum müssen sie bei der Lackierung besonders sorgfältig bearbeitet werden.

Vorarbeiten für die saubere Lackierung

Auch die Öffnungen an den Alu- und Stahlfelgen fordern ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit. Damit später kein Lack in Öffnungen, Bohrlöcher oder an Gewinde gelangen kann, müssen solche Öffnungen mit speziellen Stopfen hermetisch verschlossen werden. Und schliesslich kann auch nur das geübte Auge des Experten darüber entscheiden, ob die Felge vor dem Lackiervorgang eventuell noch eine zusätzliche Grundierung benötigt, um Unebenheiten und raue Stellen auszugleichen. Vor allem bei älteren Felgen aus Sandguss ist das durchaus üblich. In der Regel folgt nach einer solchen Grundierung dann noch ein Nassschliff. Der Verzicht auf diese Schritte kann sich ggf. später in Form von sichtbaren Lackierfehlern rächen.

Wenn die Sprühpistole zum Einsatz kommt

Felgen werden mit der Sprühpistole lackiert

So vorbereitet nimmt der Werkstattprofi dann das eigentliche Lackieren in Angriff. Die wohl häufigste Methode ist das einfache Lackieren mittels einer professionellen Sprühpistole. Anforderungen und Voraussetzungen entscheiden darüber, ob die Felge mit einem Komponentenlack (mit oder ohne Härter) oder mit einem Schichtlack lackiert wird. Unter Schichtlack versteht man mehrere Farbschichten bzw. Basislack mit Klarlack. Denkbar sind ferner Lacke, die chemisch, physikalisch oder einfach an der Luft trocknen.

Aussergewöhnliche Lackierverfahren

Eine andere – allerdings eher seltene und kostspielige – Variante ist das Hochglanzverdichten. Dabei wird die Stahlfelge mehrere Stunden in einer Masse aus keramischen Schleifteilchen und Wasser gewälzt. Die Felge hat danach keine Beschichtung mehr und ähnelt ihrem Aussehen nach einer Chromfelge. Eine verdichtete, sehr glatte und sehr glänzende Felge ist das Ergebnis.

Eine weitere Möglichkeit der Fahrzeugfelge einen neuen Look zu verpassen, ist die Pulverbeschichtung. Der Lackiervorgang entspricht der klassischen Lackierung, allerdings wird hier ein mit Polyester- oder Epoxidharz versetzter Pulverlack verwendet. Nach einer Trocknungszeit von etwa zwölf Stunden (bzw. über Nacht) können dann neue Reifen auf das Schmuckstück montiert werden.

Diese beiden Lackverfahren erfordern allerdings Fachkenntnisse und spezielle Ausstattung, die nur wenige Fachbetriebe haben. Darum werden Felgen in den häufigsten Fällen mit der Lackpistole lackiert.

Fachbetrieb vs. Hinterhof

Angesichts der verschieden Methoden, der Vorbereitungen und der Materialien hat die Lackierwerkstatt auch in puncto Felgen die Nase vorn. Ausserdem müssen alle Verfahren und Komponenten – insbesondere die verschiedenen Schichten wie Grundierung, Farblack und Klarlack – miteinander harmonieren. Farbabweichungen oder Unebenheiten durch missglückte Selbstversuche sind nicht nur peinlich sondern trüben die Freude an der „neuen“ Felge nachhaltig. Wegen der verschiedenen Materialien, unterschiedlicher Lackierverfahren und besonderer Kniffe ist eine professionelle Lackiererei oder eine Fachwerkstatt immer der beste Ansprechpartner.